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Mama, ich muss nicht Pippi

Ich habe bereits am 9. Mai einen Artikel zu dem Thema "Trocken werden" veröffentlicht. Ich gebe mal ein kurzes Update: Bis vor vier Wochen gab es nichts, das wirklich berichtenswert gewesen wäre. Denn: Meine Tochter hatte auf vieles Bock, aber nicht darauf auf die Toilette zu gehen. Die Windel war unser ständiger Begleiter und wenn ich nur erwähnte, dass man auch mal mal einer Unterhose anziehen könnte, schoss mir gleich die geballte Ablehnung entgegen. Sie hatte einfach keine Lust darauf.

Ich meine, sind wir mal ehrlich. So eine Windel ist ja auch praktisch. Man braucht sich um nix zu scheren. Man kann spielen, tanzen, Blödsinn machen und wenn man ein Bedürfnis hat, dann "lass es einfach laufen" 😉 Zumindest sah es meine Tochter so. Ich habe auch gedacht, naja, dann lass ich sie eben. Ich wollte auch keinen Druck ausüben. Wobei es mich schon ein bisschen geärgert hat, dass wir wieder zurück zur Windel sind - nachdem sie praktisch 48 Stunden trocken war. Aber ich wollte sie nicht stressen und dachte, vielleicht kommt es ja mit dem Kindergarten.

Tja, falsch gedacht bzw. den Dickschädel meiner Tochter unterschätzt. Obwohl die anderen Kinder gleich am Anfang des Kindergartens im Juni fragten, warum sie noch eine Windel trägt, war das Anni total egal. Mhm, also dieser Plan ging also auch nicht auf... Ich besprach das mit ihrer Bezugserzieherin und die meinte, ich könne ja mal vergessen, Windeln zu kaufen... Denn wir beide hatten den Eindruck, dass sie durchaus imstande ist, zu merken, wann sie auf die Toilette muss, sie aber einfach keine Lust hat. Deshalb könne man ja versuchen, Anni einen Schubser zu geben.

Gut, ich suchte mir dafür den Urlaub aus, da ich dachte, da sind mein Mann und ich beide Zuhause. Es ist kein Kindergarten und alles ist etwas entspannter. Der Plan war auch auf jeden Fall richtig! Wir hatten sie immer bei uns und konnten mit ihr das ganze Projekt ruhig angehen. Ich muss sagen, sie hat die Nachricht, dass die böse Mama vergessen hat Windeln zu kaufen, erstaunlich locker aufgenommen. Ich hatte auch ein gutes Bauchgefühl bei der ganzen Sache, das hat sicher auch geholfen, ihr ein gutes Gefühl zu geben. Ich habe alle 5er Windeln zusammengesucht und versteckt (und das war echt ein ganzer Haufen, genug um unsere kleine Tochter damit zu versorgen, wenn sie in die Windeln reingewachsen ist 😉 ). Ich meine, ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, da ich es hasse, meine Kinder zu belügen, aber solange 5er Windeln in ihrer Reichweite waren, hatte ich garantiert keine Chance, dass sie darauf verzichtet. Jetzt war also der Zeitpunkt gekommen!

Und das Ergebnis ist wirklich überzeugend und gibt mir recht, dass unser Bauchgefühl gepasst hat. Pippi machen klappt wirklich gut. Im Urlaub hatten wir fast keine Unfälle und nachts konnte sie es bislang zwei Mal in den letzten Wochen nicht halten. Ich werte das als super Ergebnis. Vor einer Woche begann nach der Sommerpause wieder der Kindergarten. Da kam es jetzt häufiger zu Pippi-Unfällen, aber an zwei Tagen verließ ich den Kindergarten ohne eine Plastiktüte mit Pippi-Sachen. Immerhin! Es wird und es entwickelt sich gut. Vor allem habe ich die Erfahrung gemacht, es macht wenig Sinn, die ganze Zeit zu fragen, ob sie muss. Ich frage nur, wenn ich das Gefühl habe, dass sie abgelenkt ist und vergisst, dass sie muss. Sonst versuche ich sie in Ruhe zu lassen und meistens geht sie sogar ganz alleine Pippi machen, ohne uns. Ich muss also mal wieder lernen, dass ich meiner Tochter vertrauen kann und sie auch mal machen lassen muss. Mit meinem ständigen Generve erreiche ich bei ihr definitiv das Gegenteil. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum es beim ersten Versuch im Mai nicht geklappt hat. Ich ging ihr einfach auf den Keks.

Soweit so gut 😊. Doch mit dem großen Geschäft haben wir tatsächlich viel größere Probleme. Sie weigert sich ihr Stinki loszulassen. Sie hält es 2-3 Tage fest bis es nicht mehr geht. Dann rennt sie die ganze Zeit herum und ruft ständig ""Popo Aua". Das geht dann manchmal über 2 Stunden bis es dann endlich kommt. Natürlich sehen wir nicht tatenlos zu! Wir ermuntern sie, regelmäßig auf die Toilette zu gehen. Wir geben ihr ein Buch oder auch das Tablet mit, um ihr das ganze schmackhaft zu machen. Aber sie gibt das Stinki erst her, wenn es gar nicht mehr geht. Wenn wir Glück haben, geht das ganze in die Toilette (mittlerweile können wir den Zeitpunkt auch ganz gut einschätzen und sie bleibt auch besser und länger auf der Toilette sitzen), aber manchmal landet es auch in der Hose oder am Strand (im Urlaub an der Ostsee😒). Am Strand war sie wenigstens nackt und es fiel einfach in den Sand - dann konnte man es wie einen Hundehaufen einfach aufsammeln 😉

Wir haben vieles probiert. Neben dem Töpfchentraining haben wir ihr einen Weichmacher gegeben, um ihr das ganze leichter zu machen. Doch das Ergebnis war, dass sie es schlecht kontrollieren konnte und sich alles in die Hose entladen hat. Das war weder für sie noch uns schön und von daher nehmen wir Abstand davon. Das Stinki ist auch nicht zu fest. Ihr Problem ist ihr Kopf. Dadurch, dass sie mit dem Stinki Popo Aua verbindet, lehnt sie es ab und verursacht dadurch natürlich noch mehr Poppo Aua. Ein Teufelskreis!

Es wird aber langsam besser und sie weint nicht mehr herzzerreißend wenn sie zum großen Geschäft auf der Toilette sitzt. Trotzdem ist diese ganze Prozedur weit davon entfernt, dass es entspannt läuft. Ich habe ihr auch schon angeboten, dass sie fürs Stinki eine Windel bekommen darf. Aber das hat auch nicht geklappt und sie hat sich die Windel selbst wieder ausgezogen. Diese Prozedur dauert dafür auch viel zu lange. Wenn wir das machen, dann hätte sie wieder dauerhaft eine Windel an und ich möchte nicht mehr dahin zurück. Ich bin auch der Meinung, dass sie das nicht braucht. Sie muss das einfach lernen, dass sie Popo Aua vermeiden kann, wenn sie das Stinki nicht festhält. Und das geht wahrscheinlich nur mit regelmäßigem Töpfchentraining, Kommunikation und Geduld. Wir setzen sie immer drauf, wenn wir merken, dass sie muss und hoffen, dass es mit der Zeit wird. Es ist einfach ein Kampf für die Kleine und ich hoffe, dass sie bald einen Weg findet. Wir tun jedenfalls alles, um sie zu unterstützen ☺️

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