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Ich erkenne mich nicht mehr!

Viele junge Mütter kennen das - irgendwann kommt der Moment, da schaut man in den Spiegel und denkt: "Oh mein Gott! Wie sehe ich denn aus?" Ich hatte diesen Moment nicht nur einmal, sondern gleich drei Mal. Nach jeder Schwangerschaft stieg ich auf die Waage und dachte, das darf doch nicht wahr sein. Doch mein Kleiderschrank bestätigte die schreckliche Wahrheit: Ich war wirklich dick!

Als ich 2014 das erste Mal schwanger wurde, wog ich bei einer Körpergröße von 156 cm (Ja, ich bin echt klein 😉 ) etwa 55 Kilogramm. Richtig dürr war ich nie, aber meine Figur war ganz ok. Ich fühlte mich zumindest wohl in meinem Körper. Doch es dauerte keine Vierteljahr und ich ging auseinander wie ein Hefekloß. Ich nahm im Laufe der Schwangerschaft 33 Kilogramm zu! Wegen der Migräne konnte ich mich kaum bewegen und ich muss sagen, das Essen hat auch echt phantastisch geschmeckt. Dazu habe ich mit der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufgehört. Das hat natürlich auch nicht den Appetit gezügelt 😉 Außerdem hatte ich wegen der Migräne bald ein Beschäftigungsverbot und lag sehr oft, sehr lange auf dem Sofa. Mir war einfach langweilig!

Als Matti schließlich tot auf die Welt kam, war ich nicht nur seelisch ein Wrack, sondern auch körperlich. Ich war unendlich traurig und echt dick. Mir passten nur unförmige Schwangerschaftsklamotten und alles andere war viel zu eng. Der Frust war riesig. In den kommenden drei Monaten schaffte ich es, gerade mal ein paar Kilogramm abzunehmen. Ich wog etwa 75 Kilogramm als ich mit Anni schwanger wurde. Das heißt, ich war bei meiner Körpergröße tatsächlich ganz schön adipös.

In Annis Schwangerschaft erreichte ich dann den Gipfel. Wieder konnte ich mich kaum bewegen, wieder aß ich echt gerne 😉 Wieder lag ich viel auf dem Sofa, dazu kam die Angst, Anni zu verlieren. Kurz vor der Entbindung knackte ich dann die 100 Kilogramm-Marke. Es war furchtbar! Ich hatte einen riesigen Bauch und konnte mich kaum bewegen. Nach dieser Schwangerschaft schaffte ich es dann bis zu Ellas Schwangerschaft immerhin auf 70 Kilogramm runter. Das waren zwar gut 30 Kilogramm Gewichtsverlust, in etwa 1,5 Jahren, aber trotzdem war das kein gutes Ergebnis.

Mit der 3. Schwangerschaft sprang das Jojo wieder energisch in die Höhe. Nach der Geburt lag ich bei knapp 90 Kilogramm. Dann kam der Moment, an dem ich sagte, jetzt ist Schluss. Ich wollte mich endlich wieder in meiner Haut wohlfühlen. Etwa 6 Wochen nach der Entbindung fing ich wieder mit der Rückbildung an. In Hemsbach ist ein tolles Pilatesstudio, die spezielle Kurse für junge Mamis haben. Dazu habe ich meine Ernährung strikt umgestellt. Morgens nur Proteine in Form von Rühreiern, mittags gibt es ein normales Essen, abends keine Kohlehydrate. Meistens gibt es zum Abendessen Salat mit Käse oder Fleisch. Wobei ich nur Biofleisch oder Fleisch von einem regionalen Bauern kaufe. Süßigkeiten esse ich nur in Ausnahmefällen.

Einmal die Woche Rückbildung war mir schnell zu wenig. Ich gehe fast jeden Morgen eine Dreiviertelstunde aufs Laufband (mit optimalem Puls zur Fettverbrennung). Ich fing etwa 5 Monate nach der Geburt damit an. Am Anfang begann ich mit zügigem Laufen, erst 9 Monate nach der Entbindung begann ich das Tempo zu steigern. Die erste halbe Stunde laufe ich auf 30 Minuten in meinem optimalen Pulsbereich bei etwa 115/120. Dann gebe ich erst Gas und die letzten Minuten jogge ich dann. Dabei ist das Laufband recht steil eingestellt. Nachdem ich keine richtig fühlbare Rektusdiastase mehr hatte, begann ich außerdem in einem Sportverein mit Fitness. Dort trainiere ich zwei Mal pro Woche nach einem straffen Trainingsplan an Geräten und gehe einmal die Woche in Aqua Power. Damit habe ich es jetzt geschafft, in 11 Monaten 25 Kilogramm abzunehmen und meinem Ziel endlich wieder nahe zu kommen. Ich möchte wieder unter 60 Kilogramm kommen - und das auch halten! Das sind noch gute 5 Kilogramm, die da vor mir liegen. Aber das werde ich auch noch schaffen 😉

Und jeder, der jetzt sagt, klar, das kann nicht so simpel sein. Doch ist es. Es ist wirklich einfach! Ich achte mit Hilfe meiner Smart Watch darauf, dass ich ausreichend Kohlehydrate verbrenne und passe auf, dass ich nicht so viel esse, dass der Körper auch schön an die Fettreserven geht. Das ist alles. Ich werde sehr oft gefragt, wie ich es geschafft habe, so viel abzunehmen. Aber mehr, als das was hier schreibe, mache ich wirklich nicht. Konsequenz ist das Stichwort. Und ich kann jedem Zweifler versprechen: Man kann das schaffen, man es muss nur wirklich wollen!

Ich will mit meiner Geschichte nicht sagen, dass jede Frau Idealfigur haben und abnehmen muss. Um Gottes Willen! Ein Körper, der drei wundervolle Kinder ausgetragen und geboren hat, der verändert sich und wird nie wieder derselbe sein. Doch trotzdem hat man ein Anrecht darauf, sich wohl in seiner Haut zu fühlen. Und dieses Recht muss ich mir eben hart erkämpfen. Doch es ist mir wichtig! Vielleicht manchmal zu wichtig. Ich denke immer wieder, ich bin schon müde... Ich stehe fast jeden Morgen um 5 Uhr auf und bevor die Familie wach wird, bin ich schon mit meinem ersten Sportprogramm durch. Das ist oft hart. Aber wenn ich wieder ein Shirt passe, dass mir das letzte Mal 2014 gepasst hat, dann weiß ich, die Mühe ist es wert. Doch ich muss auch sagen, manchmal mache ich ein bisschen zu viel. An einigen Tagen gehe ich aufs Laufband und noch zusätzlich trainieren oder ins Pilates. Da streikt mittlerweile mein Körper und es fehlt an diesen Tagen die Energie. Doch ich versuche jetzt, mehr auf mich selbst zu hören und Stress rauszunehmen. Ich muss eben noch lernen, die richtige Balance zu finden.

Es geht eben auch nicht nicht nur darum, wieder in Klamotten von 2014 zu passen. Es ist für mich auch wichtig, meinen Körper zurück zu bekommen. So viele Monate, Jahre gehörte mein Körper meinen Kindern. Jetzt will ich ihn wieder! Und dazu gehört für mich auch, dass ich wieder mein Wohfühlgewicht bekomme.

Jeder Frau, die das auch möchte, kann ich nur sagen, nehmt es in Angriff! Wenn man mal den Anfang gefunden hat, geht es immer leichter und man hat Spaß daran, wieder was für sich selbst zu machen. Das macht einen zu einer fitten, aber auch gut gelaunten Mutter (wenn man es nicht übertreibt 😉 ) Und diese Kinder verlangen so viel Fitness von einem ab, da braucht man schließlich viel Kondition! Doch man muss auch sagen, der Körper hat eben viel leisten müssen und man muss ihm auch wirklich Zeit geben. Ich bin durchaus ein ungeduldiger Mensch und ich denke, manchmal erwarte ich zu viel von mir. Meine Pilatestrainerin sagte, seid gut zu euch. Und das versuche ich mir zu Herzen nehmen. Und das sollte sich jeder merken. Etwas für sich tun, aber auch nicht vergessen, zuzuhören, wenn der Körper nein sagt. Besonders die Rektusdiastase ist ein Faktor, der vor jeder sportlichen Aktivität nach der Entbindung geklärt werden sollte. Dazu kommt auch noch das Thema Beckenboden. Verlangt nicht zu viel von ihm! gebt ihm Zeit, sich zu erholen und kräftigt ihn gezielt unter Aufsicht. Eine gute Rückbildung ist unbezahlbar, wenn man später nicht mit Inkontinenz kämpfen möchte.

Ich bereue nichts! Jeden Streifen, jedes Gramm, alles war gut so wie es war und auch ist. Jede Mutter muss damit leben, dass ihr Körper sich verändert und auch nicht mehr der Alte ist. Und auch ich habe das akzeptiert. Ich will auch nicht mehr so aussehen wie früher, dazu ist viel zu viel passiert. Und die Spuren darf man auch sehen. Dennoch darf man sich auch wieder in seiner Haut Zuhause fühlen und dieses Ziel habe ich tatsächlich fast erreicht und ich möchte jedem Mut machen, der an diesem Punkt auch kommen möchte. Man kann das schaffen und die Arbeit ist es Wert.

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