Springe zum Inhalt

Mythos Schlaf

Ich weiß, dass mich nach diesem Artikel alle Mütter und Väter hassen werden - warum? Weil sie es immer tun, wenn ich mit Eltern über das Thema Schlaf spreche. Meine Kinder lieben ihren Schlaf und machen uns nur ganz selten wach in der Nacht. Nur wenn sie krank sind und dann sind sie meistens selbst genervt darüber. Jetzt ist die Frage, was machen wir anders als andere Eltern. Ich glaube nichts. Vielleicht haben wir einfach Glück.

Den einzigen Tipp den ich geben kann, ist Rhythmus. Wir haben immer darauf geachtet, dass sie schon früh einenTagesrhytmus entwickeln. Jede Familie hat ihren eigenen Tagesablauf. Bei uns ist das so, dass mein Mann erst um 10 Uhr mit der Arbeit beginnt. Er weckt die Kinder zwischen 7 und 7.30 Uhr und macht sie beide fertig. (Ich habe dann mal ein paar Minuten für mich 😉 ) Dann essen wir gemeinsam und starten in den Tag. Es wird zwischen 12.30 und 13 Uhr auch wieder zusammen (diesmal leider ohne meinen Mann gegessen) gegessen und dann bringen wir erst mal die Kleine ins Bett, die noch im Elternschlafzimmer schläft. Anni darf dabei helfen, macht unter anderem die Rolläden runter. Dann geht sie selbst ins Bett. Dabei hat sie feste Rituale, zum Beispiel werden die Kuscheltiere nach vorne gekippt (sie schlafen ja jetzt auch 😉 ). Beide Kinder haben eine Spieluhr über dem Bett, die ich dann anschalte.

Dann ist Ruhezeit, die auch mir sehr wichtig ist. Ich lasse auch über den Mittagsschlaf nicht diskutieren. Anni hat es eine zeitlang versucht als sie das erste Mal ein Bett bekam, aus dem sie rausklettern konnte. Wir haben nämlich den Fehler gemacht ein Babybett zu kaufen, aus dem man nicht die Gitterstäbe entfernen kann. Also mussten wir in dem Moment als sie anfing über das Gitter zu klettern, ein neues Bett kaufen. Und daraus "entkam" sie dann. Und sie liebte ihre neue Freiheit und versuchte ständig abzuhauen. Ich dachte ja im ersten Moment, naja, sie ist etwa 2,5 Jahre. Vielleicht braucht sie keinen Schlaf mehr. Doch ich irrte mich total. Sie war abends total fertig und überdreht. Also blieb ich ganz hartnäckig und brachte sie konsequent ohne viele Worte immer wieder ins Bett. Bis sie verstand, dass das wichtig ist und darüber nicht verhandelt wird. Nach etwa zwei Wochen Kampf war das Thema auch wieder durch. Sie braucht einfach ihren Schlaf und das ist heute noch so. Nächste Woche wird sie 3 Jahre. Wahrscheinlich sogar 😉 Im Juni kommt sie endlich in den Kindergarten. Dann wird man sehen, wie lange sie den Mittagsschlaf noch braucht. Im Moment ist er jedenfalls noch sehr wichtig für sie. Der Papa fängt zwar spät an zu arbeiten, kommt dafür allerdings auch erst um 19.30 Uhr nach Hause.

So kommt es, dass die Mädchen im Moment zwischen 2 und 3 Stunden schlafen. Dann starten wir alle ausgeruht und entspannt in den Nachmittag, bereiten das Abendessen vor und warten auf den Papa. nach dem Essen bringt er dann die Große ins Bett. Und das dauert... Diese Stunde ist voller Rituale. Es müssen noch bestimmte Spiele (Verstecken zum Beispiel) gespielt werden und auch bestimmte Bücher gelesen werden. Dann werden Lieder gesungen und eine Folge Sandmännchen geschaut. Das ist sehr aufwendig und sicher auch anstrengend für meinen Mann. Aber sie lieben es auch. Es ist eine ganz wichtige Zeit für die zwei. Am Schluss lässt er die Tür einen Spalt offen und lässt das Licht im Gang an. Tagsüber braucht sie das nicht, aber abends schon. Und so schläft sie ganz ohne Probleme ein. Ich weiß, dass wir wahrscheinlich umdenken müssen, wenn der Kindergarten startet. Dann müssen wir morgens früher raus und ob sie den Tag schafft, wenn sie erst um 21 Uhr schläft - keine Ahnung... Aber das müssen wir dann sehen. Bis hierher hat sich dieser Rhythmus für uns bewährt und ich habe sehr entspannte Kinder.

Bei der Kleinen ist es so, dass sie im Moment abends noch bei uns im Wohnzimmer ist. Sie bekommt abends um 19 Uhr herum und um 0 Uhr herum noch eine Flasche. Sie schläft dazwischen tief und fest im Laufstall. Danach geht sie mit uns ins Bett und schläft bis wir morgens auch aufstehen. Demnächst fangen wir mit dem Abendbrei an und ich hoffe, dass sie dann das Nachtfläschchen nicht mehr braucht. Dann werden wir sie gemeinsam mit der Großen im Schlafzimmer ins Bett legen. Mal schauen, ob das klappt. Wenn nicht, auch nicht schlimm.

Einen weiteren Tipp kann ich Eltern schlecht schlafender Babys noch geben. Holt sie nicht bei jeden Mucks aus dem Bett. Ella schläft direkt neben (in ihrem eigenen Bett, aber dennoch ganz nah bei mir). Ich muss allerdings mit Ohrstöpseln schlafen (mein Mann schläft gelegentlich sehr lautstark). Das heißt, ich höre es auch wirklich nur, wenn sie echte Probleme hat. Ich wache nicht auf, wenn sie nur mal im Schlaf gluckst oder mal kurz wach wird. Dementsprechend schläft sie auch gleich wieder ein. Mein Mann hört sie eher mal, aber auch er reagiert darauf nicht. Und das tut uns allen gut. Wenn sie wirklich weint, dann hole ich sie natürlich sofort ins Bett, aber wirklich nur dann.

Vielleicht klappt es auch bei uns so gut, weil wir über Schlaf nicht verhandeln. Er ist uns wichtig und das übertragen wir auf unsere Kinder. Anni hat mit vier Wochen von 0 bis 8 Uhr geschlafen. Ella schaffte es mit 8 Wochen. Und mit etwa 8 Monaten schlief Anni von etwa 21 Uhr bis morgens etwa 8 Uhr. Bei Ella haben wir wie gesagt noch das 0 Uhr Fläschchen.

Ich habe schon gehört, dass Hebammen darüber berichten, dass die Kinder früher besser geschlafen haben. Heutzutage sind Kinder wie unsere eher die Ausnahme als die Regel. Hebammen führen das auf das stressigere Leben der Kinder zurück. Sie sind mehr Reizen ausgesetzt und sind mehr unterwegs. Dasist natürlich möglich und macht auch Sinn. Doch ich bin ehrlich, wir sind den Medien nicht abgeneigt. Bei uns läuft regelmäßig auch der Fernseher, wir hören Musik und wir sind sehr viel unterwegs... Nach dieser Regel dürften die Kinder nicht gut schlafen... Aber vielleicht ist es dann doch der regelmäßige Schlafrhythmus und auch die Ruhe am Mittag und auch die vielen Rituale, die helfen, dass sie nachts so entspannt sind. Keine Ahnung! Ich wünsche jedenfalls allen Eltern unter Schlafentzug alles Gute und vielleicht konnte ich ein paar Tipps geben... Rituale, Konsequenz und Regelmäßigkeit sind in meinen Augen die wichtigsten Regeln. Außerdem gibt es hervorragende Schlafberater. Eine Freundin hat das mit ihrem Sohn gemacht und es hat wirklich geholfen. Vielleicht ist das bei Härtefällen eine Idee. Schlafentzug ist nicht ohne Grund eine Foltermethode...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen