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Beikoststart – meine Waschmaschine weint ein bisschen

Ich finde, einer der ersten großen Veränderungen im Leben eines Babys ist die Umstellung auf Beikost. Wir haben mit unserer kleinen Tochter damit nach 5 Monaten angefangen, mit unserer Großen erst mit sechs Monaten. Die große Frage ist ja immer, wann ist der richtige Zeitpunkt. Bei beiden hatte ich das irgendwie im Gefühl, dass sie langsam bereit sind und es hat sich als richtig herausgestellt. Beide haben von Anfang an toll mitgemacht und sind gute Esser.

Dann ist ja die nächste Frage, wie stellt man um. Ich habe bei meiner älteren Tochter einen Kurs bei einer Kinderkrankenschwester und "Babynahrungs-Expertin" besucht, die entsprechend aus- und weitergebildet ist. Das war wirklich toll. Vor allem, weil sie auch nach dem Kurs für alle Fragen immer ein offenes hatte und auch noch hat.

Ich habe begonnen, die Mittagsmahlzeit umzustellen. Ich habe Kürbis (geht auch Karotte oder Pastinake) in einem Dampfgarer gegart und danach ganz fein püriert. Wenn er zu dick war, habe ich etwas abgekochtes Wasser hinzugefügt. Am ersten Tag bekam sie etwa die Menge eines Eiswürfels. Am zweiten Tag gab es zwei "Eiswürfel" usw. Das ganze habe ich dann so lange gemacht, bis wir etwa auf 150 Gramm Gemüse waren. Wenn sie das gut vertragen hat, habe ich nach einer Woche 50 Gramm dampfgegarte und pürierte Kartoffel hinzugefügt. Wenn das auch gut geklappt hat, habe ich dann nach einer Woche Fleisch dazu gekocht. Das Fleisch ist wichtig wegen des Eisens. Bei Stillkindern ist das bei einem ausreichenden (!) Eisenhaushalt der Mutter nicht ganz so wichtig, aber bei Flaschenkindern ist das Fleisch wichtig. Ich bereite das Fleisch folgendermaßen zu: Ich nehme nur Bioqualität (das gilt auch für das Gemüse und die Kartoffeln) und von den Sorten her nur Rind oder Geflügel. Schwein nehme ich nicht. Dann lege ich das Fleisch in kochendes Wasser und lasse es einen Moment drin. Dann nehme ich das Fleisch heraus und lege es in frisches kochendes Wasser. Ich lasse es dann für etwa 90 Minuten kochen. Dann püriere ich es und gebe etwa 20-35 Gramm zum Gemüse-Kartoffel-Brei hinzu. Ich friere das ganze fertig vorbereitet in BPA-freien Bechern ein und taue es jeden Tag auf. Nach dem Aufwärmen gebe ich noch 2 TL Beikostöl hinzu. Zum Thema Beikostöl: Das muss kein Spezielles sein. Es sollte ein pflanzliches Öl sein, dass raffiniert und nicht kaltgepresst ist. Das findet man nicht so leicht, da nehme ich halt der Einfachheit halber meistens das spezielle Beikostöl. Ich verzichte übrigens sonst nur noch auf Honig (das ist wegen der Bakterie Clostridium Botulinum nicht ungefährlich, da das eine Lebensmittelvergiftung auslösen kann). Alles andere füttere ich im ersten Lebensjahr. Früher hat man auf bestimmte Allergene verzichtet, wie zum Beispiel auf Kuhmilch oder Nüsse. Das macht man nicht mehr, da man weiß, dass die "Allergie-Rate" deshalb nicht sinkt.

Als meine Kinder das soweit gut vertragen haben, gab ich als kleinen Nachtisch (und auch für die bessere Eisenaufnahme) etwas selbstgekochtes Obst hinterher. Am besten Apfel oder Birne. Auch das bereite ich im Dampfgarer zu, püriere es und friere es in 50 Gramm-Portionen ein.

Meine Waschmaschine weint übrigens leise vor sich hin, weil ich ständig Wäsche habe 🙂 Dieser Kürbis ist wirklich hart rauszubekommen. ich weiche direkt ein (ich habe mir einen Eimer mit Vanish Oxy Action hingestellt), gebe auch noch mal den Spezial-Flecken-Löser für Gemüse von Dr. Beckmanns drauf und wasche auch mit 90 Grad. Trotzdem bleiben oft noch Flecken zurück. Ich habe schon gehört, dass man die Kleidung in die Sonne zum bleichen legen soll. Ich denke, das werde ich jetzt im Frühjahr mal ausprobieren. Ich ziehe die Maus ja schon immer komplett aus und ziehe ihr ein Lätzchen mit Ärmeln an. Doch sie ist halt ein kleines Spucki und immer wieder kommt ein kleines bisschen Kürbis nach dem Essen wieder hoch. Das ist natürlich gar nicht schlimm, aber inzwischen haben fast alle Bodies einen Hauch von Gelb am Hals 😉

Was man außerdem schnell merkt ist, dass sich der Stuhlgang der Kinder stark verändert. Der Milch-Stuhl ist nicht so aggressiv und auch dünner. Der Stuhl wird jetzt fester und dunkler. Außerdem wird der Popo schneller wund. Da muss man zügiger wickeln, sonst ist alles rot wie ein Pavian-Hintern 😉

Auch das Thema Wasser/Trinken wird relevant. Natürlich bekommen sie über die Milch-Mahlzeiten viel und auch ausreichend Flüssigkeit. Trotzdem sollten sie sich langsam an das Trinken von Wasser gewöhnen. Deshalb gebe ich am Anfang mit einem Löffelchen abgekochtes Wasser nach den Mahlzeiten.

Wenn das alles nach vier Wochen gut geklappt hat, dann ersetzen wir die Nachmittags- bzw. Zwischenmahlzeit. Mit dieses Phase starte ich gerade. Seit gestern bekommt die Jüngere Nachmittags Getreidebrei mit Wasser. Das heißt, ich nehme Reisflocken (oder auch Hirse), bereite es nach Packungsanweisung nur mit Wasser zu, gebe zwei Löffel Beikostöl und eine kleine Portion Obst dazu. Das schmeckt der Kleinen im Moment ganz prima und es hat auch sehr lange gehalten bis sie wieder Hunger bekommen hat.

Wenn sie das alles ohne Probleme verträgt, werden wir dann auch mal glutenhaltige Getreidebreis, Hafer oder so, probieren.

Eine Sache war mir immer ganz wichtig: In den ersten Monaten nach der Ernährungsumstellung habe ich darauf geachtet, dass sie nur Selbstgekochtes bekommen. Habt ihr mal Brei aus dem Gläschen probiert? Das schmeckt nicht so lecker. Vor allem im Vergleich mit Selbstgekochtem... Ich habe ein Mal die Woche eine große Portion gekocht und dann in sieben kleine Portionen für jeden Tag eingefroren. Mit dem Obst genauso. So hatten sie immer frisches, leckeres Essen. Mir geht es darum, dass sie früh schmecken, wie gut frische Produkte sind - und das sie von Anfang an ein gesundes Verhältnis zum Essen entwickeln. Natürlich hat sich das bei unseres Großen auch im Laufe der Zeit verändert. Da gibt es natürlich nicht immer Bio und auch mal Fastfood. Ihr Lieblingsessen sind im Moment Bratwürste. Naja, aber ich denke, die Ausgewogenheit machts aus!

In weiteren Artikeln werde ich mich um das Thema Ernährung noch beschäftigen. Ich werde auch weiter über die Ernährungsumstellung meiner jüngeren Tochter berichten. In vier Wochen ist die Abendmahlzeit dran und dann kommt noch das Frühstück.


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